Reisebericht Kamerun 2016
Pfingstwochenende
In den letzten Wochen wurden viele Sachspenden eingesammelt, sortiert und verpackt! Viele freiwillige Helfer haben Jeannette und Germaine dabei unterstützt. Dafür vorab ein grosses Dankeschön!
Vielen Dank!
Merci beaucoup!
Muchas gracias!
Am Pfingstwochenende konnte dann endlich der Container beladen werden. Auch dafür haben wir viel Hilfe bekommen. In den nächsten 4 Wochen werden nun Kleider, Spielsachen, Spitalbetten und die «Embolo Spezialmatratzen», welche uns von der Firma OBA AG gespendet wurden, nach Kamerun verschifft. Jeannette und Germaine werden diesen Container vor Ort entgegennehmen und die Sachspenden direkt bei den bedürftigen verteilen.
Nachdem alles gepackt war, trat Germain bereits am 22. Juni die Reise nach Kamerun an. Vom Fussballverband Nordwestschweiz haben wir wieder viele Shirts erhalten, welche wir – falls wir es schaffen werden, anlässlich eines vor Ort organisierten Fussballturnieres abgeben werden. Viele weitere Menschen haben uns tolle Spenden für Kamerun übergeben. Allen möchten wir für die tolle Unterstützung danken.
Von Germaine habe ich erfahren, dass viele Menschen auf Kartons auf dem Boden schlafen. Aus diesem Grunde haben wir dieses Mal auch Betten und viele Matratzen eingepackt. Am 26. Juni wird Germaine in Douala den Container empfangen und den Transport nach Yaounde organisieren. Nach meiner Ankunft am 6. Juli, werden wir die von Germaine organisierten Orte besuchen.
Am 14. Juni habe ich auf der Kamerunischen Botschaft in Bern das Visum für die bevorstehende Reise erhalten. Jetzt steht noch die Gelbfieber-Impfung an. Für mich wird dies eine neue Erfahrung sein und ich bin gespannt, was für Eindrücke ich zurück in die Schweiz mitnehmen werde.
Während unseres Aufenthaltes in Kamerun, werden wir am 16. Juli unsere Kollegen und Kolleginnen von «Give A Chance» in Kribi treffen, wo wir das gemeinsam geplante Schulprojekt besuchen werden. Für dieses Projekt sind wir auf Geldspenden angewiesen, da wir das Material für den Bau der Schule, der Sportanlage und der sanitären Einrichtungen vor Ort kaufen werden.
Mit Verspätung bin ich über Bruxelles, Douala in Yaounde um 20.00 Uhr (kamerunische Zeit) gelandet. Mit Blumen und einem grossen Transparent und einer Begrüssungsansprache wurde ich von über 50 Personen herzlich empfangen! Mit einem riesen Fahrzeugkonvoi sind wir alle im Haus von Michèle angekommen wo zu einheimischer Livemusik getanzt und ein tolles Fest zur Begrüssung der Embolo Foundation abgehalten wurde. Müde sind wir gegen 24.00 Uhr ins Appartement von Germaine gefahren.
Heute, 7. Juli, hatten wir eine Führung in einem Spital in Yaounde, in welches wir nächste Woche die 6 Spitalbetten und Matratzen in Begleitung des Gesundheitsministers übergeben werden. Meine Eindrücke sind schwer zu beschreiben - die Fotos sprechen für sich. Hier können wir helfen, indem wir wenigstens den Aufenthalt im Spital angenehmer und die Arbeit der Ärzte etwas vereinfachen können! Der Spitaldirektor hat uns eine entsprechende "Wunschliste" übergeben!
Morgen besuchen wir 2 Waisenhäuser, wo wir die gespendeten Kleider und Spielsachen abgeben werden!
Am Sonntag hat uns der Fanclub Breel Embolo einen wunderschönen Empfang bereitet! Der Fanclub wurde vor 4 Monaten gegründet und zählt bereits 250 Mitglieder! Man trifft sich jeden Sonntag im clubeigenen Lokal. Der Präsident hat uns über ihre Ziele informiert: Förderung der Landwirtschaft unter Mithilfe von jungen Menschen um ihnen eine sinnvolle Beschäftigung näher zu bringen. Später sind weitere Projekte geplant. Der Fanclub wird die Embolo Foundation bei jeder Arbeit in Kamerun unterstützen. Während dem offiziellen Akt lief im Hintergrund ein Video über Breel (FCB- und Natispiele, sämtliche Ehrungen und Auszeichnungen). Nach dem offiziellen Akt wurde uns eine Modenschau eines hiesigen Designers präsentiert, 2 Tänzer zeigten ihre Performance zu ivorischer Musik. Dann wurden wir ans Buffet geführt - ein Traum von hiesigen Köstlichkeiten. Es waren sicher über 100 Personen anwesend! Bei jeder Ansprache wurde uns für die Arbeit in Kamerun gedankt. Zum Schluss erhielt ich ein Geschenk zur Erinnerung. Die Herzlichkeit und Dankbarkeit ist unbeschreiblich! Müde sind wir heimgekehrt und schon auf den nächsten Tag gespannt.
Am Montag wurden wir im Gesundheitsministerium empfangen, wo die Übergabe der Spitalbetten protokolliert wurde. Der Direktor und 2 weitere Herren haben ihre Aufgaben besprochen (Medienmitteilung). Termin Freitag, 15. Juli um 13.00 h. Die Festlichkeiten werden auf ca. 1 Stunde mit Ansprachen etc geplant.
Heute Dienstag wurden wir auf der Marie (Gemeinde) wo die Familie von Breel ihre Wurzeln hat vom Bürgermeister und dem Generalsekretär empfangen. Wir haben uns auf den Besuch von 5 Waisenhäuser beschränkt. Die Leiter mussten eine Liste mit Anzahl Kindern, Alter und Geschlecht abgeben. Man sei sehr stolz auf den Fussballer Breel und verfolge seine Karriere! Breel habe sich zwar für die Schweiz entschieden aber mit seiner Stiftung gäbe er seinem Volk viel zurück! Man stellt uns alles zur Verfügung was wir für die Übergabe der Spenden benötigen. Vom Fahrzeug bis zu einem offiziellen Begleiter. Wir waren geschlagene 4 stunden auf der Marie. Die Wege sind sehr weit und die Strassen sehr holprig vom Verkehr ganz zu schweigen.
All diese Empfänge sind notwendig um die entsprechenden Bewilligungen zu erhalten, ohne diese dürften wir nichts abgeben. Jedoch sind wir nun bekannt und in Zukunft müssten wir uns vor unserer Abreise anmelden, damit alles vorbereitet werden kann. Morgen werden wir die Pakete für die entsprechenden Waisenhäuser bereitstellen.
Am Mittwoch haben wir auf der Marie von Efoulan die letzten Details der Spendenübergabe von Donnerstag und Freitag besprochen. Anschliessend haben wir die Spenden vom letzten Container gemäss den uns gemeldeten Kinder der 6 Waisenhäuser zugeteilt. Mit tatkräftiger Unterstützung von vielen Familienmitgliedern konnten wir nach 6 Stunden nach Hause gehen.
Von Donnerstag auf Freitag wurde unser Container auf ca. 01.00 h angemeldet. So etwas habe ich noch nie erlebt: nach und nach kamen von überall Familienmitglieder (an die 30 Personen) um beim Ausladen zu helfen und um die Spenden in einen kleinen Lastwagen zum Weitertransport zu beladen. Um 03.00 h kam endlich der von uns so dringend erwartete Container, war doch die Übergabe der Spitalbetten auf 13.00 h im Hôpital d’Efoulan angekündigt mit Besuch des Delegierten des Gesundheitsministeriums und TV!
Uns blieb eine Sunde um uns vorzubereiten. Pünktlich im Spital wurden diverese Ansprachen abgehalten, der Spitaldirektor, Delegierter des Gesundheitsministeriums und Germaine! Dann fand die offizielle Übergabe von 6 Spitalbetten mit den Embolo Spezialmatratzen und Demonstrationen der möglichen Funktionen statt. Journalisten und TV - Germaine hat alles professionell erledigt. Wir wurden zum Apéro (eher ein Essen) eingeladen.
Hierbei handelte es sich wiederum um Waisenkinder, junge Mütter und Kinder von Straftätern.
In jedem Waisenhaus haben wir 50 kg Reis, Milchpulver, Zucker und Oel abgegeben.
Am Samstagmorgen haben wir die Pakete mit euren Spenden, Reis und Seifen auf den Lastwagen geladen um in ein 30 km entferntes Dorf namens Okong zu fahren. Man hat uns informiert, dass wir dort von 25 Familien erwartet werden. Nach knapp 2 Stunden Fahrzeit erreichten wir über holprige Wege Okong! Wir waren gegen Mittag angemeldet und erfuhren, dass die Leute bereits seit 10.00 Uhr auf dem Dorfplatz auf uns warteten! Aber was für uns viel schlimmer war, geschätzte 250 Menschen schauten uns erwartungsvoll an! Der Dorfälteste hat uns herzlich begrüsst und zusammen sangen alle ein Willkommenslied. Nach kurzer Besprechung haben wir uns entschieden die Verteilung auf Mittwoch zu verschieben, damit wir mehr Geschenke mitbringen können. Niemand hat sich beschwert oder wie wir sagen "gemotzt", im Gegenteil man freut sich uns am Mittwoch wieder zu sehe.
Verschwitzt sind wir nach Yaounde zurückgekehrt, ein paar Sachen gepackt und weiter ging es nach Douala, wo in der Zwischenzeit unsere Kolleginnen und Kollegen von Give a Chance angekommen waren. Um 01.30 Uhr konnten wir endlich unser Hotelzimmer beziehen - schlafen? Leider nein, ein riesen Fest direkt unter unserem Zimmer. So sind wir unausgeschlafen am Sonntag nach Kribi weiter gereist. Gemeinsam haben wir die zu sanierende Schule begutachtet. Hier lasse ich einfach die Fotos sprechen und hoffe, dass wir für die benötigte Sanierung, welche wir zusammen planen, genug Geld sammeln können. Give a Chance hat ja bereits eine Schule in Edea saniert und wir konnten uns von der wirklich tollen Arbeit der jungen Leute überzeugen!
Montag, 18. Juli In Edea wurde der offizielle Akt vom folgenden Tag besprochen, Essen bestellt, Spielsachen eingekauft etc. etc. Zwei unabhängige Kostenvoranschläge für die Sanierung der Schule in Kribi wurden eingeholt, was fast den genzen Tag dauerte.
Dienstag, 19. Juli Um 07.00 Uhr Tagwache, Fahrt nach Edea, wo trotz den grossen Ferien ein Teil der Schüler, Lehrer, Direktor und der Schulinspektor zur offiziellen Übergabe anwesend waren. Ansprache und Nationalhymne vor jedem offiziellen Akt. Anschliessend erhielten alle ein Mittagessen, welches Give a Chance offeriert hat. Während die Mitglieder von Give a Chance ein Aktivitätsprogramm mit den Kindern durchführte, sind wir wieder in Richtung Yaounde aufgebrochen. Wir fuhren direkt zu unserem Depot und bereiteten die Kleider und Spielsachen für Mittwoch vor. So sind wir müde und hungrig gegen 22.00 Uhr zu unserem Appartement gefahren und zu unserer Überraschung fanden wir dieses ohne Licht vor und erfuhren, dass nach einem heftigen Gewitter am Samstagabend irgend eine Leitung beschädigt wurde. Kerzen mussten eingekauft werden. Natürlich waren auch Kühlschrank und Tiefkühltruhe betroffen! Etwas hungrig und sehr müde sind wir ins Bett!