Reise nach Peru

Reisebericht

Nun sind wir bereits wieder seit 10 Tagen in der Schweiz und mussten uns von all den Eindrücken erholen! Wir sind nicht nur körperlich, sondern auch seelisch an unser Limit gestossen. Aber nun zu den letzten Tagen in Peru:

Am Samstag, 12.03. haben wir mit Maria, die uns den ganzen Tag unterstützt hat, am Morgen 4 ½ Stunden Pakete für die bevorstehenden Besuche vorbereitet. Da wir noch immer nicht alles vom Zoll erhalten haben, hat uns Hanni mit sehr vielen Kinderkleidern und Spielsachen ausgeholfen, welche sie dann von unserem Gepäck wieder zurück bekommen wird.

Um 13.00 Uhr sind wir nach Lima gefahren und – bedingt durch eine Demonstration in der Innerstadt für eine bevorstehende Abstimmung «für das Leben – gegen die Abtreibung», hatten wir viel länger, um ans Ziel zu kommen. Beim Sportverein Adelfo Magallanes in San Miguel (Lima) wurden wir bereits erwartet. Mit grosser Freude nahmen die Jungs die beiden Dress vom Fussballverband Nordwestschweiz entgegen. Ich glaube, so viele Eltern waren noch nie bei einem Trainingsspiel dabei, waren sie doch alle auf unser Geschenk gespannt. Sogar eine Quartierzeitung war anwesend. In diesem Verein werden Jugendliche trainiert, welche kein Geld haben um bei grossen Vereinen dabei sein zu können. So arbeiten auch die Trainer alle ehrenamtlich. Nach 14 Stunden endete dieser «Arbeitstag».

Am Sonntag fuhren wir ins Zentrum von Cieneguilla, wo wir um 09.00 Uhr einen Gottesdienst besuchten. Auf dem Programm stand 19 Familien besuchen! 13 Familien waren am Gottesdienst anwesend, so dass wir diese bereits dort beschenken durften. Die restlichen Familien besuchten wir an ihren Wohnorten. Es sind Behausungen, zu welchen wir mühsam den Berg rauf steigen mussten. Zwischen Haustieren (Hasen, Hühnern, Katzen und Hunden) leben dort Familien mit 4 – 8 Kindern in 2 Räumen. Überall wurden wir herzlich empfangen, und unsere bescheidenen Gaben wurden ans Herz gedrückt und voller Freude entgegengenommen.

Zurück im Hogar Mahanaim gab es am Sonntag für jedes Kind 3 Smarties! Diese kleinen Dinger wurden begutachtet, und nachdem es mal im Mund war, versuchten auch hier die Stärkeren, den Schwächeren diese kleinen «Tabletten» wegzunehmen!!! Wir haben für ein paar Sonntage Packungen zurückgelassen!

Am 14.03. war es wieder mal so weit, dass wir zum Zoll mussten. Was soll ich sagen….. es fehlte ein weiteres Papier, welches wir als Embolo Foundation unsere Unterschriften beim Notar zuerst beglaubigen lassen mussten. Diese Wege dauern einfach unendlich lange und wir konnten anschliessend das 1. Mutter-Kindhaus besuchen, Centro de Madres adolescentes, Casa Gloria. Hier wohnen in einem engen Haus 8 Mütter mit Ihren Kindern. Pro Schlafzimmer 2 Mütter mit ihren Kindern. Alle 14 Tage dürfen die Mütter in Begleitung der Hausmutter das Haus einmal verlassen. Sie werden für die Rolle «Mutter» ‘geschult’, lernen die Pflege der Kinder, kochen, waschen etc. Mit 18 Jahren müssen sie das Haus verlassen und dann….????? Dort haben wir gesehen, wie ein Mädchen aussieht, welches mit 12 Jahren zur Mutter gemacht wurde! Jede Mutter erhielt ein Geschenk für sich und ihr Kind.

Am nächsten Morgen machten wir uns mit unserem Chauffeur wieder auf den Weg in Richtung Pachacamac, eigentlich nur ca. 50 km entfernt aber alles auf Naturstrassen und somit wieder lange unterwegs und ein paar blaue Flecken mehr am Körper!

Zuerst besuchten wir ein Hogar, bestehend aus 5 Häusern mit jeweils 6 Jugendlichen. In jedem Haus ist ein Elternpaar verantwortlich für die jungen Männer und Frauen. Es sind Jugendliche, welche aus sozialschwachen Familien herausgenommen wurden, um ihnen eine Ausbildung und ein Leben ohne Alkohol und Drogen zu ermöglichen. Bei jedem Jugendlichen wird die persönliche Begabung gefördert, sei es ein musikalisches oder sportliches Talent zu fördern. Die Aufgaben wie Küchendienst, Putzarbeiten, Gemüsegarten pflegen etc. werden wöchentlich zugeteilt. In der Nähe besuchten wir das Centro de Madres Adolescentes-CEDETEP, wiederum ein Mutter-Kindhaus. Dieses Haus wird auf privater Basis geführt, d.h. nach 6 Monaten bis 1 Jahr bleiben die Mütter im Haus. Sie können die Schule besuchen und die Kinder werden jeweils von den zu Hause gebliebenen Müttern versorgt. In der internen Schule waren zur Zeit unseres Besuches anwesend, ein 13 jähriges Mädchen im 8. Monat schwanger! – unfassbar und kaum zu verstehen! Auf unsere Frage, was danach mit diesen Müttern passiert wurde uns geantwortet, dass sie sich selbst versorgen müssen oder in ihre Familien zurückgehen können. Sie lernen während diesem kurzen Aufenthalt ihre Kinder zu versorgen und zu kochen. Für uns einfach nicht nachvollziehbar und lässt viele Fragen offen. Sie können im Haus backen und ihre Ware verkaufen, um so etwas zu verdienen für ihre Zukunft. Auch hier erhielt jeder Mutter ein Geschenk für sich und ihr Kind.

An diesem Tag besuchten wir noch ein Haus für Jungs, welche Drogen oder Alkohol abhängig waren, und hier im Centro Victoria auf einen anderen Weg geführt werden. Sie können eine Lehre absolvieren, Schule besuchen etc. Sport, insbesondere Fussball, ist hier Trumpf. So freuten sie sich über die von.uns übergebenen Trainingsanzügen des Fussballverbandes Nordwestschweiz.

An diesem Abend hat Hanni die Kinder im Hogar Mahanaim mit einem von uns mitgebrachten riesen Teddybär überrascht. Unter einem Leintuch versteckt, trat sie zu den Kindern und stellte ihnen den neuen Begleiter aus der Schweiz vor – riesiger Jubel! Zum Abschluss des Abends sang Camila noch das Lied «z Basel an mim Rhy», es war ein richtiger Aufsteller, wie sie dieses Lied immer wieder geübt und schlussendlich auch gesungen hat. Dieses Mädchen hat wenig Chance, adoptiert zu werden, ist sie doch bereits 9 Jahre alt und muss immer wieder ansehen, wie die kleineren Kinder von Adoptiveltern abgeholt werden und fragt immer wieder: Wann kommen Adoptiveltern für mich? Wir haben sie in unserem Herzen mitgenommen und werden mit ihr über Hanni in Kontakt bleiben!

An diesem Abend kamen wir sehr bedrückt zurück in unsere Unterkunft. Für uns zwei Frauen einfach sehr schwer zu verdauen! So freuten wir uns auf den letzten Tag unserer Reise, den Besuch einer Klinik Centro de Salud Tambo Inga in San Juan. Die Anfahrt wiederum unbeschreiblich holprig, für die Reise ca. 20 km von unserer Unterkunft bis San Juan benötigten wir 2 ½ Stunden. Die Ärztin Alexandra hat uns in der Klinik herumgeführt, wir wollen hier nichts beschreiben, die Fotos sprechen für sich! Sie hat grosse Mühe, dass die Mütter ihre Kinder impfen kommen. Mit der Übergabe von vielen Spielsachen und Kinderkleidern kann sie die Mütter anlocken, was ihr schon kurz nach unserem Weggang geglückt war. Sie kraxelt täglich zu den Unterkünften der Bevölkerung hoch um die Leute zu besuchen, zu verarzten, zu sprechen und zu überzeugen, die Kinder doch impfen zu lassen. Es stehen ihr Geräte zur Verfügung, welche nicht funktionieren, sie ist auf Medikamentenspenden angewiesen. Einfach traurig, wie ein Arzt hier arbeiten muss.

Zum Schluss noch diese Information: Das noch am Zoll festgehaltene Gepäck wird nun durch Hanni zur Desinfektion übergeben, dann sollte sie endlich alles bekommen. Ein Entgegenkommen der Zollbehörde: Wir müssen keine Lagerkosten bezahlen! Lima ist eine wunderbare, moderne und sehr saubere Stadt – aber geht man etwas ausserhalb der Hauptstadt, ist man den Tränen nahe. Spielsachen aus der Schweiz müssen desinfiziert werden, Unterschriften müssen für Geschenke beglaubigt werden etc. etc. einfach sehr ,sehr schwer zu verstehen und erst zu verdauen. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen, wir machen weiter und danken den Spendern für die tolle Unterstützung!